Wasser und Farbe - Aquarelltechniken

Geschichte des Aquarells

Mit Wasserfarben gemalte Aquarellbilder (lateinisch Aqua = Wasser) finden sich schon als Höhlenmalerei mehr als 40.000 Jahre vor Christi Geburt. Vor etwa 3.500 Jahren wurde in Ägypten bereits mit transparenten Farben aus mineralischen Pigmenten auf Papyrus gemalt. Die heutige Technik der Aquarellmalerei entwickelte sich aber erst ab 900 n. Chr. mit der Verwendung lasierender Farben, wobei mit diesen zunächst Tuschezeichnungen und Holzschnitte coloriert wurden.

 

Noch in den Zeiten von Albrecht Dürer, Rubens und Rembrandt galt die Aquarellmalerei nicht als eigenständige Kunstrichtung, da damals Aquarelle eher als Studien zur Vorbereitung von Ölgemälden erstellt wurden. So konnten mit monochromen Farben Entwürfe zu Licht und Schatten des eigentlichen Gemäldes skizziert werden. Gerade Dürer hat mit seinen wunderbaren Skizzen aber zur breiteren Verwendung von Aquarell- und Gouachefarben beigetragen. 

 

Weithin anerkannt wurde die Aquarellmalerei erst im 18. Jahrhundert vor allem durch englische Maler wie William Turner. Nun wurden die Aquarellfarben unmittelbar auf den Malgrund aufgetragen und nicht nur zu Kolorierung von Skizzen, Zeichnungen und Radierungen genutzt. Turner hat die Aquarellmalerei auch technisch perfektioniert. 


Im 18. Jahrhundert dienten Aquarelle als detaillierte Reisestudienbücher, um verschiedene Arten von Tieren und Pflanzen zu dokumentieren, und als Entwurf für spätere Holzschnitte. Eine weitere Entwicklung erfuhr die Aquarellmalerei im 19. Jahrhundert mit der Verbreitung des Malens in der Natur und im Freien. In England wurden die ersten Water Colour Societies gegründet. Aquarelle waren nun angesehene eigenständige Kunstwerke, mit denen sich viele bis heute berühmte Maler beschäftigt haben. Hierzu zählen Eugène Delacroix, Paul Cézanne, August Macke, Paul Klee und Emil Nolde. 

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Feldhase, Albrecht Dürer 1502. Albertina, Wien. Aquarell mit Deckfarben. 

Bild gemeinfrei. www.wikipedia.org. NgGmZAZW17zfhw at Google Cultural Institute. 

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William Turner. Leuchtraketen bei hohem Seegang. 1840. Sterling and Francine Clark Art Institute.   Bild gemeinfrei. www.wikipedia.org. www.clarkeart.edu

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August Macke. Markt in Tunis. 1914.    
Bild gemeinfrei. www.wikipedia.org 

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Lasierende Pinselstriche im Bild „White Ships“ von John Singer Sargent, 1908.
Bild gemeinfrei. www.wikipedia.org sowie Online Collection des Brooklyn Museums;  www.brooklynmuseum.org 

Charakter des Aquarells

Das Aquarell ist ein mit nicht-deckenden Wasserfarben gemaltes Bild. Die entsprechenden Farben bestehen aus feinsten Pigmenten und wasserlöslichen Bindemitteln. Sie werden nur mit Wasser verdünnt und ggf. mit anderen Farben vermischt und dann mit einem Pinsel auf Papier oder einen anderen Malgrund aufgetragen. Oft schimmert der meist weiße oder zumindest helle Malgrund durch die Aquarellfarben hindurch, so dass das Bild an Tiefe gewinnt. Farbwirkung und Leuchtkraft werden gesteigert durch das Aufeinander-Tragen von dünnen Farbschichten. In der Nass-in-Nass-Technik entstehen neue Farbeffekte durch die Nutzung von Pigmenten, deren Korngröße nur 1/10.000 mm beträgt, so dass sie vom Papier weitgehend absorbiert werden. Dies trägt zur Leichtigkeit des Aquarells bei. Weiße Flächen und Lichteffekte entstehen im Aquarell nicht durch die Verwendung weißer Deckfarben, sondern dadurch, dass man den hellen Papierton nicht bemalt, sondern helle Stellen stehen lässt. In der Regel trägt man die Aquarellfarben mit einem runden Pinsel auf den Malgrund auf.

Pinselführung

Gemalt wird meist mit einem Pinsel, dessen unterschiedliche Führung verschiedene Linienstärken und Tupfer zur Folge hat. Für welchen Pinsel man sich entscheidet, hängt von dem jeweils geplanten Bild ab. Von ihrer Weichheit und ihrer Möglichkeit zur Farb- und Wasseraufnahme am meisten geschätzt werden wohl Zobelhaarpinsel, diese sind aber teuer. Viele Pinsel bestehen traditionell aus Rotmarderhaar, deren Spitze bei großer Elastizität lange in Form bleibt. Diese Pinsel nehmen das Wasser und die Farben auch sehr gut auf, übertragen sie gut auf das Papier und sind weich im Strich. Auch Japanpinsel werden aus Naturhaar hergestellt. Als Konkurrenz zu diesen Naturprodukten werden nun zunehmend Pinsel mit synthetischen Fasern benutzt. Wenn man großflächig malen möchte, kann man gefächerte Pinsel oder Borstenpinsel verwenden. Gelegentlich wird auch ein Naturschwamm zum großflächigen Malen, zum Verwaschen und Strukturieren benutzt. Meist dienen Schwämme oder Schwammrollen zum Befeuchten des Aquarellpapiers. 

 

Wenn die Aquarellfarbe mit viel Flüssigkeit auf den Malgrund aufgetragen wird, verteilt sie sich relativ gleichmäßig. Es sammelt sich aber auch dann in den kleinen Versenkungen des Papiers mehr Farbe als auf den kleinen Erhöhungen. Diese Effekte tragen zum typischen Eindruck eines Aquarells entscheidend bei. Wenn man den Pinsel hingegen mit wenig Wasser rasch über das Aquarellpapier führt, verbleibt die meiste Farbe auf den erhöhten Stellen des Papiers. So entsteht das Granulieren. Das Tupfen der Farbe mit einem feinen Pinsel führt zum Punktieren. Diese Technik gab dem Pointillismus seinen Namen.

 

Die Farben im Aquarellmalkasten

Primärfarben sind für die Aquarellmalerei von großer Wichtigkeit. In der „reinen“ Farblehre mischen Puristen jede einzelne Farbe aus den Primärfarben. Alternativ kann man heute nahezu alle Farben fertig gemischt in Näpfen, Tuben oder Fläschchen kaufen. Bevorzugt wird hierbei die Mischung der Farben durch ein schichtweises Übermalen, das Lasieren. Dieses Lasieren gibt dem Aquarell seine Leuchtkraft. Wenn man die Farben schon im Wasser mischt, geht ihnen etwas an Glanz verloren. 

 

Beim Aquarell beginnt man meist mit den helleren Farben und endet bei den dunklen. Die nachträgliche Aufhellung dunklerer Farben ist bei der Aquarelltechnik wenig erfolgversprechend, während dies beim Malen mit Öl ja sogar mehrfach möglich ist. Jede gröbere nachträgliche Korrektur eines Aquarells kann zu ungewollt schmutzigen Farbtönen und zur irreparablen Aufrauhung des Papiers führen. 

 

Schon bei der Planung des Aquarellbilds muss bedacht werden, welche Teile des Malgrunds bzw. des Aquarellpapiers unbemalt und damit hell bleiben sollen. Das Freilassen des Malgrunds ist ein wesentliches Merkmal der Aquarellmalerei. Gerade der Kontrast der hellen unbemalten Areale mit angrenzenden dunklen Flächen sorgt für eindrucksvolle Lichteffekte. Die Farben können entweder auf den angefeuchteten Malgrund oder auf gerade gemalte und noch feuchte Farbflächen aufgetragen werden. Das Ineinanderlaufen der verschiedenen Farben unterstreicht den typischen Charakter eines Aquarells.

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Goethe, Farbenkreis zur Symbolisierung des menschlichen Geistes- und Seelenlebens, 1809. Bild gemeinfrei. www.wikipedia.org

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Pfingstrose. Aquarell auf Japanpapier.
Vera Niederau. 

Farbenlehre

Kulturelle Traditionen und Konventionen haben die Lehre von den Grund- und Primärfarben bestimmt. Goethe verwendet in seinen Schriften zur Farbenlehre das Wort Grundfarbe im Sinne der drei „primären Farbvalenzen“ (Valenz = Empfindung) Blau, Gelb und Rot. Die Sekundärfarben Orange (aus Rot und Gelb), Grün (aus Gelb und Blau) und Violett (aus Blau und Rot) entstehen in seiner Farbenlehre aus der Mischung dieser Primärfarben. Aus der Mischung von Primär- und Sekundärfarben entstehen die tertiären oder neutralen Farben: so wird z. B. aus Grün und Gelb ein Hellgrün, aus Grün und Rot ein Grau. Komplementärfarben bestehen aus einer Primär- und einer Sekundärfarbe und liegen sich im Farbkreis gegenüber, also Rot und Grün, Gelb und Violett sowie Blau und Orange. Diese Drei-Farben-Lehre haben traditionell viele Aquarellmaler verinnerlicht. 

In der Tat gibt es in der Netzhaut des Menschen drei verschiedene Arten von Seh-Zapfen (farbempfindliche Rezeptoren), die aber auf die Farbreize Rot, Grün und Blau reagieren, und nicht auf Gelb, Rot und Blau. Dies wusste Goethe nicht. Entsprechend könnten eher Rot, Grün und Blau die drei Primärfarben bilden. Goethe lehnte auch die Anerkennung der naturwissenschaftlichen Farberkenntnisse von Isaac Newton ab. Newton hatte mit Hilfe des Glasprismas entdeckt, dass viele verschiedene Farben Bestandteile des weißen Lichtes sind. Sein Farbkreis ist eigentlich ein Farbspektrum, das er willkürlich in sieben Farben einteilte: Violett, Indigo, Blau, Grün, Gelb, Orange und Rot. Physikalisch genügen die drei Primärfarben Rotorange, Grün und Blauviolett (RGB-Farben), um z. B. in einem Monitor durch additive Mischung fast alle anderen Farben zu erzeugen. Eine Farbenmischung mit festgelegten Pigmenten lässt sich auch aus den drei Primärfarben Cyan, Magenta und Gelb erzielen (CMY, subtraktive Mischung). Diese Farben werden z. B. von vielen Farbdruckern benutzt. Auch in den RGB- und CMY-Farbräumen sind aber nicht alle Farbvarianten perfekt darstellbar. Manche Farben bedürfen spezieller Pigmente.


Malgrund

Der häufigste Malgrund für das Aquarell ist Papier. Die Papiersorte bestimmt auch Farbverlauf und Korrekturmöglichkeit. Das übliche Gewicht eines Aquarellpapiers liegt zwischen 200 und 400 Gramm/m². Angeboten werden neben industriell gefertigtem Papier handgeschöpftes Papier, Büttenpapier, Japanpapier und Leinwand. Es gibt verschiedene Körnungen: Feinkörniges Papier mit seiner weichen Oberfläche verwendet man für feine Aquarellarbeiten. Mittelkörniges Papier ist zum Aquarellieren besonders gut geeignet, es ist leicht rau und dennoch glatt genug, dass sich keine Pfützen bilden und sich die wasserlöslichen Pigmente gut verteilen und anhaften. Grobkörniges Papier ist von der Struktur her wasseraufsaugend, trocknet daher schneller und zügiges Arbeiten ist erforderlich. Ist der Untergrund (z. B. Leinwand) nicht saugfähig, bedarf es spezieller Bindemittel.

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Anemonen. 
Aquarelle auf verschiedenen Papiersorten. Vera Niederau. 

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Glaskaraffe. Aquarell. Vera Niederau. 
Die Farben wurden mit Gummi arabicum gemischt, um nachträglich die Glaskaraffe herauszuarbeiten.

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Das Blumenspiel. Aquarell. Vera Niederau. 
„Das Blumenspiel“ kann als Beispiel für die Nass-in-Nass-Technik dienen. 

Grundtechniken

Zahlreiche Techniken kommen in der Aquarellmalerei zum Einsatz. In der Regel sind es Variationen zweier Grundtechniken: Lasieren und Lavieren. Ihnen eigen ist ein bestimmter Umgang mit Malgrund, Pinsel und Farbe. 
 
Das Lasieren. Die wichtigste Grundtechnik der Aquarellmalerei ist das Lasieren, bei dem die stark mit Wasser verdünnte Farbe auf den trockenen Malgrund aufgetragen wird. Das Wort Lasur stammt ab vom lateinischen Wort Lasurium, was übersetzt Blaustein oder Lapislazuli heißt. Die nur dünn aufgetragene Farbe trocknet schnell und lässt sich nach dem Trocknen übermalen. Wird immer der gleiche Farbton verwendet, entstehen so dunklere und hellere Bereiche. Bei unterschiedlichen Farben entstehen durch die verschiedenen Schichten hingegen neue Farbtöne. Die Lasuren lassen sich über- und nebeneinander legen. Beim Lasieren entstehen scharfe Ränder, so dass man sehr genau malen und die Wirkungen der verwendeten Farben gut kennen sollte.

Das Lavieren. Die zweite Grundtechnik ist das Lavieren (lateinisch: lavare = [ver]waschen), worunter die Verlauf- und die Nass-in-Nass-Techniken fallen. Ob es sich bei diesen Techniken um Varianten der Lavierung handelt oder um zwei eigenständige Techniken ist umstritten. Hier werden die Verlauf- und die Nass-in-Nass-Techniken als Varianten der Lavierung verstanden. 
 
Bei der Verlauf-Technik wird eine Farbe so auf den Malgrund aufgetragen, dass sie gleichmäßig immer blasser wird oder langsam in einen anderen Farbton übergeht. Dazu wird zunächst Farbe auf das Papier aufgetragen und dann mit einem ausgewaschenen und mit klarem Wasser befeuchteten Pinsel gleichmäßig auslaufend auf dem Papier verteilt. In der Regel sind Malgrund bzw. Aquarellpaper dabei zunächst trocken. Einen stärkeren, aber schwerer kontrollierbaren Effekt erreicht man, wenn man den Malgrund zunächst anfeuchtet. Dies ist dann schon der Übergang in die Nass-in-Nass-Technik.
 
Bei der Nass-in-Nass-Technik wird auf dem schon feuchten Malgrund oder in eine noch feuchte Farbe hineingemalt, wodurch die Farben verlaufen und ineinanderlaufen. Einige Aquarellkünstler lehnen den Einsatz der Nass-in-Nass-Technik ab, weil sie wenig kontrollierbar ist. Andere sehen die Beherrschung dieser Technik als Meisterleistung des Aquarellierens.

Besondere Effekte: Tipps & Tricks 

Ein Aquarellbild ist schwer korrigierbar. Durch die Natur der lasierenden Farben sind Eingriffe wie das Übermalen nicht möglich, ohne den Charakter des Bilds zu zerstören. Trotzdem kann man ein Bild durch besondere Tipps und Tricks gestalten. 

 

Nur begrenzt lässt sich die Farbe durch späteres Anfeuchten und Abheben mit Schwamm oder Papiertaschentuch bzw. durch Abschaben der trockenen Farbe durch ein Taschenmesser o. ä. erreichen. Beide Techniken kann man auch gezielt zur Bildgestaltung einsetzen.

 

Rubbelkrepp (flüssiger Maskierfilm) dient als Abdeckflüssigkeit. Man trägt es auf das Papier oder einen anderen Malgrund auf und lässt es trocknen. Es bildet eine schützende Schicht auf den Bereichen des Papiers, auf denen die Farben nicht haften sollen. So kann man Bereiche ganz weiß lassen oder auf diese weißen Stellen eine andere Farbe malen. Je nach Größe der auszusparenden Fläche (z.B. ein Gebäude) oder nach Präzision (weißer Lichtpunkt in einem Auge) entscheidet man sich für das Auftragen mit einem Pinsel/Wattestäbchen oder mit einem Maskierstift. Auch mit Wachs oder Klebestreifen kann man das Papier abdecken und es vor Farbauftrag schützen.

 

Das Aufsprenkeln von Farbe oder von Farbklecksen mittels Zahnbürste oder Sprühflasche trägt zum Eindruck der Improvisation bei. Es kann auch genutzt werden, um die Textur von Flächen zu gestalten. 

 

Um weiße oder helle Linien zu erzeugen, benutzt man in der Aquarelltechnik kein Deckweiß, sondern folgende Technik: Man umwickelt ein Lineal mit einem dünnen Papiertaschentuch und kann so noch feuchte Farbe kurz aufsaugen, um damit eine gerade weiße Linie zu erzeugen – zum Beispiel einen Kondensstreifen am blauen Himmel.

 

Die Granuliertechnik wird eingesetzt, um beispielsweise Mauern oder Wasseroberflächen auf einem stark strukturierten Aquarellpapier zu malen. Der Pinsel wird mit Farbe getränkt und dann flach und leicht über das Papier gezogen. So verbleibt die Farbe auf den erhabenen Stellen des Papiers, während die Einsenkungen hell bleiben.

 

Aquarellfarbe kann beim Auftragen mit verschiedenen Mitteln vermischt werden: 

Gummi arabicum als Bindemittel verbessert die Haftung des Wassers auf dem Papier, macht die Farbe pastöser und sorgt für einen besonderen Glanzeffekt nach dem Trocknen; zudem kann man nach dem Trocknen etwas Farbe wieder mit Wasser wegtupfen bzw. mit dem feuchten Pinsel wegnehmen. Ochsengalle und Glycerin verzögern die Trocknung, wobei kleine Mengen Glycerin eh schon in der Aquarellfarbe enthalten sind; Alkohol dagegen beschleunigt die Trocknung und betont den Pinselstrich.

 

Das Auftragen von Salz auf noch feuchte (dunkle) Aquarellfarbe kann zu interessanten Effekten führen. Sobald das Bild trocken ist, kann das Salz weggebürstet werden.

 

Manche Künstler tragen nach der Fertigstellung des Aquarells Firnis auf, um die Farben zu schützen und ihnen mehr Glanz zu geben. Ich benutze es nicht, sondern verwende lieber Fixierspray.

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Kondensstreifen am Himmel, mit einem papierumwickelten Lineal in nasser Farbe entstanden.

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Die Farbe Weiß ist das Aquarellpapier selbst. Ich habe anschließend noch Schriftzeichen in die Zeitung gemalt.


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Granuliertechnik auf rauem Aquarellpapier läßt eine besondere Struktur entstehen.

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 Durch die Lavierung entsteht ein zarter Himmel. In der noch nassen Farbe habe ich den Hintergrund angedeutet. Als das Papier trocken war, habe ich den Vordergrund ergänzt.

Mischtechniken


 Die Aquarellmalerei verwendet in der Regel keine deckenden Farben. Die weiße Farbe entspricht dem nicht bemalten Malgrund. Bisweilen lohnt es sich aber, nachträglich kleinere weiße Tupfen oder Linien mit weißer Deckfarbe auf einem schon bemalten Grund zu ergänzen. Dies kann man bereits Mischtechnik nennen. 

 

Ergänzen kann man das Aquarell auch durch die Verwendung von Pastellkreide. Die Kombination von Aquarellfarben und Pastellkreide kann schöne Kontraste erzeugen.  Mit der Kreide kann man schraffieren, helle Akzente aufsetzen, Farbübergänge im Aquarell betonen - oder im Gegenteil, sie gerade weicher erscheinen zu lassen.  Für grafische Linien und Konturen können Aquarellstifte eingesetzt werden. Zum Auftragen von dünnen Linien bietet sich das Arbeiten mit einer Tuschefeder oder mit Kohle an. 

 

Gouache (italienisch: guazzo = Lache) ist eine Maltechnik unter Verwendung von halb deckenden Wasserfarben, die aus Pigmenten wie Kreide und dem Bindemittel Gummi arabicum hergestellt werden. Die Farben sind kräftig und können fast so dünn wie beim Aquarell oder aber pastös aufgetragen werden. Typische Gouache-Töne entstehen durch Schichtung von Dunkel zu Hell und von Blau zu Gelb. Auch Schwarz wird verwendet, nicht aber Deckweiß; für weiße Flächen ist es besser, den Malgrund auszusparen. Mit der industriellen Herstellung sind die Gouache-Farben lichtbeständig geworden. 

Aquarell und Zeichnung sind historisch eng verwandt. Bei monochromen Zeichnungen und Skizzen kamen schon vor Jahrhunderten verschiedene Aquarelltechniken zum Einsatz. Zeichnungen und Aquarelle werden gerne auch kombiniert, um Bleistift- oder Kohleskizzen bewusst durch die Aquarellfarben hindurchscheinen zu lassen. Nach Abschluss der Aquarellarbeiten kann die Zeichnung zudem mit Tusche ergänzt werden. Eine weitere klassische Technik ist das Übermalen einer monochromen Skizze mit Aquarellfarben (auch Untermalung genannt).

 

Als Mixed-Media verwendet werden Aquarellfarben auch zusammen mit Acrylfarben, die eine Übermalung der getrockneten Aquarellfarben ermöglichen.

 

 Was möchte ich malen?

 

Wenn die Vorstellung für das Aquarellbild schon präzise ist, wird meine Vorbereitung eine andere sein, als wenn ich der Farbe freien Lauf lasse und mich auf ein Bild mit zufälligen Effekten freue.

 

Im ersten Fall studiere ich das Motiv und überlege, ob ich im Freien male oder eine eigene Fotografie als Grundlage nehme. Mit etwas Übung bekommt man ein Gefühl für die Wahl des Papiers, des Pinsels und der Farben. Nur mit der richtigen Kombination dieser drei Dinge kann man den gewünschten Charakter des Aquarells erzielen. Hier hilft vor allem Erfahrung. Auch der Einsatz von Hilfsmitteln wie Rubbelkrepp, Gummi arabicum etc. geht mit der Zeit leichter von der Hand.

 

Man sollte sich beim Aquarellmalen erst einmal an die Techniken herantasten und das Zusammenspiel von Papier, Pinselführung, Farbpigmenten und Wassermenge beobachten, ohne schon ein konkretes Bild vor Augen zu haben. Einfach ein Bild aus den Farben heraus entstehen lassen. So wie es der Tag und die Stimmung hervorbringen. Am nächsten Tag mögen Stimmung und Farben ganz andere sein.

 

Mut gehört beim Aquarellmalen dazu, sei man Anfänger oder schon länger dabei. Das Aquarell ist kaum korrigierbar, daher muss man – anders als bei Techniken mit Öl, Gouache und Pastell – einen präzisen Ablauf planen oder den Zufall akzeptieren. Das gerade macht das Aquarellmalen aus.

 

Ich möchte eines meiner Bilder als Beispiel nehmen: Die Gewächshäuser bei Weeze sind präzise mit einem dünnen Pinsel gezeichnet, sie sollen gut erkennbar sein. Der Vorder- und der Mittelgrund durften sich von der Genauigkeit absetzen, man sollte den Ort nur durch die Form der Kirche festmachen können, der Rest durfte leicht verschwimmen. Für den Himmel habe ich nur den Farbton, die Intensität der Farbe und die Wassermenge bestimmt, ansonsten habe ich die Farbe im Wasser laufen lassen und das Papier während des Zusammenspiels von Farbe und Wasser hin und her bewegt.

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